26.06.2020
Für die Türkei besteht weiterhin eine Reisewarnung. Gemäß eines SPIEGEL-Artikels geht es dabei nicht nur um das Infektionsrisiko. Das Auswärtige Amt hadert mit einer in der Türkei geltenden Vorschrift, die aus deutscher Sicht als riskant eingestuft wird.

Demnach sind alle Menschen, die sich in der Türkei aufhalten, verpflichtet, sich im Falle einer Infektion mit Sars-Cov-2 sofort in eine Krankenhaus zu begeben. Dort würden die Infizierten mit dem Malaria-Medikament Hyroxychloroquin zwangsbehandelt.

Doch Hyroxychloroquin ist in Deutschland nicht für die Behandlung gegen das Lungenvirus zugelassen. Die deutschen Behörden stufen die Vergabe des Medikaments nach wie vor als zu riskant ein. Zusammen mit dem immer noch sehr aktiven Infektionsgeschehen scheint die Lage in der Türkei aus Sicht des Auswärtigen Amts zu gefährlich, um eine Reise in das Land zu empfehlen.

Kritik wies ein Sprecher der Bundesregierung zurück: „Der Bundesregierung ist bewusst, dass die Reisebranche in besonderer Weise von der Coronakrise betroffen ist“. Ein Verzicht auf Reisen ist aber „nicht unbedingt die Folge der Reisewarnung, die rechtlich nicht verbindlich ist im Sinne eines Ausreiseverbots“.