30.06.2020
In einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ warnte Virologe Hendrik Streeck vor weiteren Pandemien in der Zukunft. Diese Erreger seien dann vielleicht genauso ansteckend wie die vom Coronavirus, aber könnten durchaus eine viel gefährlichere Wirkung aufweisen. „Sag niemals nie. Das kann passieren“, so Streeck gegenüber der FAS. Auch besteht die Gefahr, dass sich ein schon bekanntes Virus sich verändern und aggressiv werden könnte, wie es vor 100 Jahren mit der Spanischen Grippe geschehen war. „Oder die Aedes-Mücke wird durch den Klimawandel bei uns heimisch und wir bekommen es mit Denguefieber zu tun.“

Um künftige Ausbrüche von Infektionskrankheiten besser bekämpfen zu können, fordert der Bonner Virologe Hendrik Streeck eine internationale Eingreiftruppe. Für den Top-Forscher habe der tatsächliche Verlauf der Corona-Pandemie aufgezeigt, „dass man das Robert-Koch-Institut und die Weltgesundheitsorganisation WHO stärken muss“. Aus seiner Sicht müsse es „ein Emergency Response Team der WHO geben“ – eine Einheit, „die weltweit Infektionen eindämmen kann“.

Auch für Deutschland würde Streeck sich solch einen Weg wünschen: „Eine Eingreiftruppe für Infektionskrankheiten. Einen Verband, der national agiert, nicht ausschließlich auf der Ebene der Länder.“ Dabei wäre es sicher sinnvoll, „dies beim Robert-Koch-Institut anzudocken, eigenes Eingreifpersonal zu haben und auf das THW zurückgreifen zu können“, fügte der Bonner Experte hinzu.